27.02.2009
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LEHRVERPFLICHTUNG-
ZU CLAUDIA SCHMIEDS PLÄNEN
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Wir reden nicht
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über das Wohl unserer Schüler |
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über die nötigen strukturellen Änderungen unseres Schulsystems (Grundschule) |
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über eine neue Lehrerbildung |
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über das, worüber geredet werden müsste |
Wir reden über Finanzprobleme,
die angeblich durch "neoliberale Entwicklungen" allen Opfer abverlangen.
Die hier diskutierten Finanzprobleme sind aber hausgemacht- von unserer Frau
Bundesministerin, die mit ihren unnötigen und auch ziellosen "Versuchen"
Geld verschwendet und noch dazu mathematische Gesetze auf den Kopf stellt, indem
sie uns vorrechnet, dass das Ergebnis von 40 + 2 = 40 wäre. (Für uns
Lehrer brauche ich nicht das richtige Ergebnis erwähnen- die auf populistische
Äußerungen wartende Masse würde das nie begreifen).
Heuchelei
Wir wollen uns absolut nicht nötigen Diskussionen über Änderungen
des Bildungs- und Erziehungsauftrages entziehen- nein, wir machen uns schon
lange Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft und bringen diese
in Bildungsprogramme ein.
Umsomehr trifft uns die Heuchelei der Begründung einer Erhöhung der
Lehrverpflichtung. Sozialopfer wird das genannt. "Harte Zeiten erfordern
von jedem einen Beitrag!"
Vor einigen Jahren wurde genauso für soziales Verständnis geworben
und den Lehrern gesagt, sie mögen doch bitte eine verringerte Lehrverpflichtung
übernehmen (bei adäquatem Lohnverzicht), um den in Warteschlangen
stehenden Junglehrern eine berufliche Chance zu geben. In der momentanen Wirtschaftskrise
wird Kurzarbeit angetreten. Bei uns Lehrern soll das alles anders sein? Genau
gegengleich? Potzblitz. Um die Absicht hinter diesen Begründungen verstehen
zu können, muss man wahrlich keine Intelligenzbestie sein.
Statistiken
Ein weiteres Rechenbeispiel sollte für die Durchsichtigkeit der falschen
Argumente angeführt werden, nämlich die vom Ministerium an die OECD
weitergeleiteten Daten bezüglich Lehrverpflichtung und Gehalt. Abgesehen
davon, dass viele dieser Vergleiche absolut unzulässig sind, da hierbei
verschiedene Profile verglichen werden, rechnet Schmied vor, dass Österreichs
Lehrer der AHS- Unterstufe und der Hauptschule im Schnitt 607 Unterrichts- Stunden
pro Jahr leisten und damit weit unter dem OECD Durchschnitt lägen. Beim
Gehalt ist es genau gegengleich- Am Berufsende liegt das Einkommen dieser Gruppe
im Schnitt klar über dem OECDSchnitt- jährlich $ 57141. Muss man aufzeigen,
wie die Rechnung bei einer vollen Lehrverpflichtung ausgeht? 40 Schulwochen
a 20/21/22 Einheiten ergeben 800 bis 880 Stunden. Auch bei der verkürzten
Ansicht, dass eine Unterrichtseinheit nur 50 Minuten hat und die Zeiten während
des Klassenwechsels nicht als Arbeitszeit eingerechnet würden, sind die
Zahlen der Frau Ministerin ganz einfach falsch.
Übrigens- aufklärend könnte man ja auch bekanntmachen, dass die
gesetzlich verankerte Arbeitszeit/ Jahresnorm mit 1779 bzw. 1736 Stunden festgelegt
ist (= mehr als bei anderen Kollektivverträgen).
Rechenkunststücke
Warum dann
diese Rechenkunststücke, Frau Ministerin? Wollen Sie davon ablenken, dass
die von Ihnen genannten Personalausgaben z.B. nur zu 54% bei den klassenführenden
Lehrern der VS ankommen? Natürlich wissen wir, dass die restlichen 46%
wahrscheinlich für Wichtiges verwendet werden- Aber bitte behaupten Sie
nicht, die klassenführenden Lehrer würden diese Kosten verursachen.
Wenn Sie sparen müssen, versuchen Sie doch bitte diese Quelle anzuzapfen.
Stimmen Sie bitte nicht auch in die Lehrerschelte
ein, die in allen politischen Lagern zu finden war und auch heute noch vorhanden
ist. Wir haben Kreiskys Halbtagsbeschäftigung schlucken und auch J.Haiders
Lehrerbeschimpfungen hören müssen.
Soll das jetzt durch Sie und Kanzler Faymann fortgesetzt werden?
Wir wollen, dass unsere Arbeit und unser Einsatz anerkannt werden!!
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Wir widersetzen uns nicht, wenn Sie Qualität einfordern (wir würden diese aber auch gerne auf höheren Ebenen finden) |
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Wir verweigern uns auch nicht Diskussionen zu einem neuen Dienstrecht |
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Wir wollen wie Sie, dass die Besten den Wunsch haben, Lehrer zu werden (dies oft aber nicht tun, weil die Bedingungen nicht attraktiv genug sind) |
Verzichten Sie
lieber auf entwicklungspsychologisch verspätete
"Gesamtschulversuche" ( sie verdienen den Ausdruck "Versuch"
gar nicht) und versuchen Sie, die Grundstufen zu retten. Dort zahlen sich zusätzliche
Ressourcen noch aus, und Änderungen würden sich auch leichter durchsetzen
lassen (finanzierbare Vorschläge sind vorhanden).
Verzichten Sie auf diese "Finanzreform", die den Schülern wahrscheinlich
keine Vorteile bringt, jedoch die Leistung der Fleißigen beeinträchtigen
würde. Und denken Sie daran, dass nach arbeitspsychologischen Untersuchungen
in der Produktionswirtschaft Produktionssteigerung durch
Erhöhung der Arbeitszeit unter anderem zu erhöhtem Ausschuss führt
!!